Sonntag, 29. Mai 2011

Tourenplanung mit GPS

Ich war gegenüber der GPS-Navigation immer ein wenig skeptisch. Im Prinzip stellte ich mir etwas wie ein vollständiges Navigationsgerät für's Auto vor: "An der nächsten Kreuzung biegen sie rechts ab". Sowas ist super, wenn man in unbekannter Umgebung an ein bestimmtes Ziel möchte, ohne Kompromisse.

Aber da ich ja auch mal gern durch Wald und Wiesen fahre, war da nichts großes von zu erwarten, denn die Karten sind ja bekanntlich für Autofahrer ausgelegt und beschränken sich damit auf (breite) Straßen. Nun soll es ja inzwischen auch spezielle Fahrradnavis geben, aber ich bin schon auf zu viele Versprechen reingefallen, um mir so was zu schnappen, außerdem ist mein Budget (auch für Gadgets) recht knapp.

Karte und Kompass beherrsche ich zwar, aber in voller Fahrt die Karte zu lesen und gleichzeitig die Straße und den Verkehr beachten, das fiel und fällt mir schwer. Also halte ich immer wieder zum Lesen der Karte an. Wenn dann noch Unklarheiten auftreten oder die Beschilderung plötzlich weg ist, steht man mehr als dass man fährt. Auf die Dauer ist das wenig erfreulich.

Also blieb nur noch die Variante des kartenlosen GPS-Gerätes, mit dem man vorbereitete Routen in Form von Wegpunkten in fester Reihenfolge oder auch Tracks nachfahren kann. Hier macht man die Navigation zu Hause am Computer und lädt die vorbereitete Route dann als Datei auf dem GPS-Gerät ab. Ein erprobtes Verfahren, das schon lange von Radlern, Wanderern und Geocachern angewendet wird. Die Papierkarte kommt auch mit, aber nur als "Backup".

Die Aussicht, gegenüber "Onkel Tom Tom" alles im Voraus zu planen und keine dynamische Neuberechnung der Route zu haben, wenn man sich verfährt oder spontan einen anderen/schöneren Weg nimmt, schmeckte mir auch nicht so recht, aber irgendwann war der Leidensdruck mit der Papierkarte wie oben beschrieben einfach zu groß. Schlimmer geht's nimmer, dachte ich mir, also fischte ich mir ein Garmin etrex Summit aus der Bucht, um eigene Erfahrungen zu machen. So viele Wanderer und Radler können nicht irren.

Routenplanung mache ich teils mit dem Radroutenplaner NRW, der auch GPX-Tracks zum Download anbietet. Den verwandle ich dann mittels GPSBabel Frontend in eine oder mehrere Routen mit max. 50 Punkten (Garmin etrex macht nicht mehr pro Route) und transferiere sie auf's Gerät.
Vorher kann man mit Viking noch überprüfen, ob die Punktereduzierung nicht zu grob war, aber das passiert bei kürzeren Strecken (unter 20km) in der Regel nicht.

Jetzt, nach einigen Touren zu bekannten Zielen auf teils unbekannten Wegen bin ich insgesamt zufrieden. Nach einiger Zeit habe ich auch gelernt mit den Ungenauigkeiten zu leben und mich nicht verunsichern zu lassen, wenn ich einen Wegpunkt nicht genau erreiche oder mal ganz von der Route abweiche:
Dann wird ohne Anhalten auf die "Kartenansicht" (Routenlinie und eigene Position) umgeschaltert und so herausgezoomt, dass ich beides sehen kann und ich fahre bei nächster Gelegenheit "back on track", fertig.

Kommentare:

HERrhein.de hat gesagt…

hai markus,

selber noch frisch als blogger werd ich immer mal wieder einen blick auf deinen blog werfen. die art der fortbewegung ist einfach klasse und sollte ne menge nachahmer finden.

liebe grüße aus köln
rolf

Markus hat gesagt…

Hey Rolf!

Ich sollte öfter mal in den Admin-Bereich reinschauen..
Ich schreibe ja nur selten was und merke dann gar nicht, wenn hier mal ein Kommentar einläuft...

Es ist natürlich schön zu hören, dass die Geschichten hier wirklich jemanden interessieren. Das baut ja richtig auf. Ich schaue gleich auch mal bei Dir rein, jetzt bau ich erstmal einen Beitrag zur Outdoor-Küche :)

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